
CHRISTIAN KEINSTAR
"Bad boys can wait"
Installation, 2004.
Eine raumfüllende Arbeit auf 600qm.
Untergeschoß, große Halle.
Im Rahmen der Ausstellung:
William S. Burroughs – Cut Up
Fr. 29.10.2004 VERNISSAGE 20.00 Uhr
Ausstellung – Filme – Konzerte – Theater – Lesungen
29.10. – 12.12.2004 Kunsthaus Rhenania,
Rheinauhafen, Bayenstr. 28, Köln
Öffnungszeiten: Mi. – Fr. 16-21 Uhr, Sa. und So. 14-19 Uhr
www.Burroughs-Cutup.de

Im Mittelpunkt des Projekts steht eine Ausstellung mit einem begleitenden Programm aus Musik, Performance, Film, Literatur und Theater zu Leben und Werk des amerikanischen Medienkünstlers und Autors William S. Burroughs. Ein doppeltes Jubiläum im Jahr 2004 ist der Hintergrund des Projekts: sein 90er Geburtstag bzw. Burroughs Einzug in den "Bunker" – eine fensterlose Etage in einem New Yorker Loft - im Jahr 1974 (nach vielen Exiljahren in Tanger, Paris, London).
Burroughs zählt neben Allen Ginsberg und Jack Kerouac zu den Gründervätern der Beat Generation, der ersten wegweisenden Gruppierung kultureller Dissidenz im Amerika nach 1945. Sein Werk – vor allem das 1959 veröffentlichte „Naked Lunch“ – zählt neben dem von Thomas Pynchon zu den Höhepunkten der US-Nachkriegsliteratur. Sein Werk beschränkt sich dabei keineswegs nur auf Literatur, sondern umfasst Film, Radioexperimente, Kunst und - vor allem Musik – gleichermaßen. Wie kaum eine andere Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts wurde Burroughs so über Jahrzehnte zu einer Leitfigur diverser kultureller und soziopolitischer Bewegungen: Vom 60s Underground, bis Punk, HipHop und elektronische Musikkultur. Nicht von ungefähr sind es gerade die letztgenannten und aktuell vorherrschenden Musikrichtungen, deren Werk in enger Analogie zu Burroughs Arbeit stehen. Der Sample, also die Montage fertiger Musikpartikel, entspricht der von Burroughs um 1960 entwickelten Methode des Cut Up, ein Versuch bildkünstlerische Gestaltungstechniken (Collage, Assemblage) auf die Literatur zu übertragen.
Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich immer wieder auch Musiker auf Burroughs bezogen, angefangen von den Beatles, die ihn auf dem Sgt. Pepper Cover verewigten, Gruppen wie Soft Machine und Steeley Dan, deren Bandnamen von Burroughs Werk abgeleitet waren. Die Bandbreite der Musiker und Gruppen, mit denen Burroughs zusammen gearbeitet hat, ist immens: Laurie Anderson, Kurt Cobain (Nirvana), nordafrikanische Jajoukua Musiker, Tom Waits, HipHop Bands wie Disposable Heroes of Hiphoprisy, John Cale, Sonic Youth, Patti Smith, Genesis P.Orridge/Throbbing Gristle, Donald Fagen usw. Auch aktuell beziehen sich immer wieder junge Künstler und Musiker auf Burroughs. So werden in der Ausstellung auch Arbeiten von Künstlern gezeigt, die sich musikalisch und multimedial mit Burroughs Werk auseinandersetzen.