
Cover Me
Transatlantische Impulse - 15 Jahre Villa Aurora
03.12.2010 - 02.01.2011
Gruppenausstellung
Eröffnung am Freitag den 3. Dezember, 19.00 Uhr
geöffnet: Dienstag bis Sonntag: 11:00 Uhr bis 20:00 Uhr
Akademie der Künste
Hanseatenweg 10
10557 Berlin-Tiergarten
http://www.transatlantische-impulse.com/start.html
Begrüßung: Klaus Staek - Präsident Akademie der Künste
Einführung: Markus Richter - Kurator
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog
Über die Ausstellung
1995 wurde die Villa Aurora, das ehemalige Heim von Marta und Lion Feuchtwanger in Los Angeles, als Residenz für Künstler der Bereiche Bildende Kunst, Literatur, Film und Musik eröffnet. Zum Jubiläum dokumentieren die Ausstellung „15 Jahre Villa Aurora – Transatlantische Impulse“, ein Rahmenprogramm sowie eine Publikation die Pionierarbeit der Villa Aurora im transatlantischen Kulturaustausch. Im Zentrum der von Sabrina van der Ley und Markus Richter kuratierten Ausstellung
steht die Auseinandersetzung der Künstler mit sozialen, architektonisch-städtebaulichen und landschaftlichen Aspekten von Los Angeles und Kalifornien. Die Case Study Houses, der LA River, die Mojave-Wüste, Zabriskie Point und Death-Valley werden sowohl in ihrer Funktion als Filmikonen als auch unter gesellschaftlichen und ökologischen Aspekten reflektiert. Die Filmindustrie bildet dabei einen häufigen Bezugspunkt. Stip mining oder die Wasserproblematik von L.A. spielen eine ebenso wesentliche Rolle wie der Glamour Hollywoods.
Einführungsrede von Renate Puvogel
Ein Artikel zu der Arbeit in Kölner Stadt-Anzeiger: www.ksta.de

Kalifornien ist das Land der Bilder, der Traumfabrik, aber auch der trockenen, endlosen Flussbetten und der tobenden Feuerstürme. Im Einklang scheinen Überfluss und Leere die Menschen zu prägen, die in blauen, verschwenderischen Swimmingpools gelassen auf „the next Big Thing“
warten. Diese 24 Stunden geöffnete Fassadenlandschaft schimmert endlos als Projektion auf den Windschutzscheiben von L.A. und ist längst ein Imitat ihrer selbst geworden. In dieser nach außen gestülpten Megacity, dieser Exopolis, malte David Hockney seine berühmte Swimmingpool Serie.
Die die Stadt umgebende, menschenfeindliche Wüste ist existenziell und genauso elementar wie der Kampf der Menschen gegen die Feuer der Region. Mit einer Löschchemikalie malerischer Färbung verteidigen spektakuläre Löschflugzeuge den amerikanischen Lebenstraum. Die Feuerwehr ist längst der wahre Star in Malibu. Jede Rettungsaktion hinterlässt unzählige rote Schwimmbecken, die anschließend von billigen mexikanischen Arbeitern mit Hektolitern von Wasser aus 1000 Meilen entfernten Reservoirs selbstverständlich erneuert werden.
“Cover Me” greift diese Aspekte auf, entfremdet sie in einer aufwändigen Produktion und verschmelzt diese Abläufe in der 50 Grad heißen Wüste. Einflüsse aus der Landart, Whitecube-Dilemma und dem angrenzenden Hollywood stehen in einem spannenden Kontrast zueinander. Die absurde Platzierung des Swimmingpools in der Einöde, das lärmende Befüllen mit dem Airtanker und die ungewöhnliche Farbigkeit verleihen der Performance eine entrückte, psychedelische Stimmung.
Das Projekt begleitet eine Reihe von Fotoarbeiten, mit Focus auf die malerische Komponente des durch die Luft fliegenden gefärbten Wassers.
English Text Version
(c) 20010 Ch. Keinstar