
Left Hand Path
02.09. - 20.11.2011
Einzelausstellung
Eröffnung am Freitag den 2. September, 19.00 Uhr mit Live-Performance
geöffnet: Di 14.00 – 20.00 h, Mi – So 11.00 – 17.00 h
Kunsthalle Wilhelmshaven
Adalbertstraße 28
26382 Wilhelmshaven
www.kunsthalle-wilhelmshaven.de
Einführung: Dr. Viola Weigel, Kunsthalle Wilhelmshaven
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog bei Kerber Verlag
Die Kunsthalle Wilhelmshaven richtet dem Bildhauer und Performancekünstler Christian Keinstar (*1975) seine erste Einzelausstellung aus. Dabei wird die Art Brut Architektur des Kunsthallenbaues aus Sichtbeton, Glasflächen und Stahlrohren von 1968 und die an Brüchen reiche Geschichte der 1869 gegründeten Marinestadt Wilhelmshaven eine inspirierende Rolle spielen.
"Experimentalphysik mit künstlerischen Mitteln", charakterisierte Claudia Benthien das vielseitige Werk von Christian Keinstar, der aus Dirschau (Polen) stammt und mit 13 Jahren nach Köln kam, wo er lebt und arbeitet. Der Kölner bewegt sich im Schnittfeld von Bildhauerei, Performance und Medienkunst. In seinen Kunstprojekten und Aktionen im Innen- und Außenraum geht er an die Grenze des Machbaren, sei es in der körperlichen Aktion, sei es in der Beschaffenheit des eingesetzten Materials. Heiß glühende Hochleistungs-Rohrheizkörper (Do You See The Light?, 2011, Abb.) legen zeichnerische Spuren in den Raum und wirken als unantastbare Energiequelle anziehend und abschreckend zugleich.
Die vielteilige Skulptur ZwanzigZehn (2010) aus Beton, Armierungen und ragenden Rohrheizkörpern führt anhand ihres modernen "Turms zu Babels" die unheilige ästhetische Allianz von verquerer Stadtbauplanung, Terrorismus und Monumentalphantasien vor. Keinstar reizt die Kapazitäten und Synergien von Stoffen und Räumen aus, um deren Ambivalenz zwischen Schönheit und Schrecken, von positiver, Segen bringender und negativer, zerstörerischer Qualität vorzuführen: Sind seine Arbeiten Zeugnisse eines "romantischen Pessimismus"?
In seiner großen Einzelausstellung mit ausschließlich neuen Arbeiten wird Keinstar u. a. an F. de Goyas Bildwelt angelehnte Plastiken zeigen und alle drei Ebenen der Kunsthalle bespielen. Zur Ausstellung erscheint ein Katalogbuch mit Texten von Stephan Berg, Renate Puvogel und Viola Weigel, das Christian Keinstars künstlerischen Weg von 2006 bis 2011 dokumentiert.
Dr. Viola Weigel
Flyer Einladung

(c) 2011 Ch. Keinstar